Urlaub

Urlaub steht an. Wir verreisen auf eine Hütte in das Dachsteingebirge nach Österreich. Mitten im Chaos zwischen dem Packwahnsinn einer fünfköpfigen Familien und der Vorfreude auf den Urlaub, schleicht sich eine Melodie in einen Kopf und ich beginne zu summen  … Ich seh empor zu den Bergen.

Das Lied ist eine aktuelle Vertonung des Psalms 121, der einst von Pilgern auf dem Weg nach Jerusalem gesungen wurde:

Der treue Menschenhüter

1 Ein Wallfahrtslied.

Ich hebe meine Augen auf zu den Bergen. Woher kommt mir Hilfe?

2 Meine Hilfe kommt vom HERRN, der Himmel und Erde gemacht hat.

3 Er wird deinen Fuß nicht gleiten lassen, und der dich behütet, schläft nicht.

4 Siehe, der Hüter Israels schläft noch schlummert nicht.

5 Der HERR behütet dich; der HERR ist dein Schatten über deiner rechten Hand,

6 dass dich des Tages die Sonne nicht steche noch der Mond des Nachts.

7 Der HERR behüte dich vor allem Übel, er behüte deine Seele.

8 Der HERR behüte deinen Ausgang und Eingang von nun an bis in Ewigkeit!

(Die Bibel, Lutherübersetzung)

Die ersten beiden Verse sind in der „Ich“-Form geschrieben. Der Pilger versichert sich der Hilfe Gottes.

Im dritten Vers wechselt die Erzählform in die dritte Person hin zur Anrede. Der Psalmist singt von der Gewissheit, dass Gott ihm Tag und Nacht Schutz bietet. Im Vertrauen auf den Herrn weiß er sich auf seinem Weg geborgen.

Ab Vers 7 schließt der Psalm mit einem Segen.

Ich bin fasziniert von den Bergen und beeindruckt von ihrer Gewalt, die sie ausdrücken, als ich nach unserer Anreise am Fuße des gewaltigen Dachsteinmassivs stehe und nach oben blicke. Während einer Wanderung stehe ich am nächsten Tag mittendrin. Weit unten das Tal, noch weiter oben der Gipfel und vor mir gewaltige Felsmassen. Ich fühle mich klein. Am Gipfel angekommen erstreckt sich vor mir die Weite. Weite in die Ferne, bei der ich nur erahnen kann, wie weitläufig das Gebirgsmassiv ist. Weite und Überblick nach unten in das Tal. Weite nach oben in den Himmel. Immer noch fühle ich mich klein. Aber ich fühle mich als Teil dieser unglaublichen Schöpfung und erkenne den allmächtigen, großen Gott in allen Dingen. Ich spüre Vertrauen in meinen himmlischen Vater.

Während wir unseren Familienurlaub mit gemeinsamen Wanderungen, Badeausflügen, Gesprächen, Spieleabenden und gutem Essen genießen, suche ich mir Rückzugsmomente, um Kraft zu tanken. Morgens um 7 Uhr mit einer Tasse Kaffee alleine vor der Hütte! Das ist meine Zeit! Mistens schläft die Familie noch und keiner will etwas von mir! Zeit für eine Tasse Kaffee mit Papa Gott! Während ich hier sitze und bete, spüre ich Gottes Zuspruch. Er ist es, der mich behütet, der mich nicht stolpern lässt. Er der Allmächtige! Der Gott Israels und auch mein Gott – der Gott, der immer war, ist und sein wird!

Er spricht mir seinen Segen zu! Er behütet mich. Schützt mich, wie der Schatten mich vor der Sonne schützt und hält mich fest in seiner Hand. Er schützt mich vor den Naturgewalten und vor dem Bösen. Dabei hat er mehr im Blick als nur meinen sterblichen Körper, denn er behütet vor allem meine Seele und gibt mir eine Zusage für die Ewigkeit!

Voller Vertrauen in meinen Gott und den Psalm 121 summend beginnt mein Tag und er begleitet mich durch meinen Urlaub.

Steffi