Nachgedacht

    Warum bin ich nicht so wie die Anderen?

    Vorweg eine kurze Geschichte:

    Der Pfau, von manchen Tieren seiner Schönheit wegen beneidet, kam eines Tages zu Gott und beklagte sich, dass er ihm nicht eine solche Stimme wie der Nachtigall gegeben hat. Alle bewunderten die Nachtigall, wenn sie singe, er, der Pfau aber werde ausgelacht, wenn seine Stimme ertöne. Gott tröstet den Pfau: „Du bist durch Schönheit und durch Größe reich, wie Smaragde glänzt dein Hals, und wenn du dein Federkleid entfaltest, ist es eine Pracht.“ „Was soll ich mit der stummen Schönheit“, sprach der Pfau, „wenn ich nicht mit meinem Liede beeindrucken kann?“ „Jedem Tier sind nur bestimmte Gaben zugewiesen: dir die Schönheit, dem Adler die Kraft, der Eule die Weisheit und der Nachtigall das Lied. Und jeder ist zufrieden mit dem, was ihm eigen ist. So besinne dich auf deine Gabe und schiele nicht mit Bitterkeit nach den Gaben der anderen.“

    Wie beim Pfau kann es schnell geschehen, dass man nur noch einen Blick für die Vorzüge der Anderen hat. Man ist dann unzufrieden, weil man nicht so gut aussieht, so schlank ist, so gut reden kann, so intelligent ist, so charmant ist, so gebildet ist, so wohlhabend ist, usw. wie die anderen. Man ist unzufrieden, weil man meint, dass die Vorzüge der Anderen besser und wertvoller sind als die, die man selbst hat.

    Die Bibel macht aber deutlich, dass jeder Mensch wertvoll und von Gott wunderbar geschaffen ist (Psalm 139, 14). Die Bibel macht uns Mut dankbar zu sein und nicht aus den Augen zu verlieren, was Gott uns Gutes gegeben hat. Dazu darf es auch gehören, dass wir im Blick auf uns selbst Dankbarkeit einüben und staunen lernen, womit Gott uns beschenkt hat.

    In den Augen Gottes ist jeder Mensch wertvoll und wunderbar geschaffen. Vermutlich braucht es nicht viel, um Zufriedenheit zu erlangen. Wir müssen nur den Mut aufbringen uns täglich mit den Augen Gottes zu sehen und uns nicht an denen orientieren, die sich regelmäßig fragen: Warum bin ich nicht so wie die Anderen?

    Und: Im Gebet dürfen wir Jesus darum bitten, dass er uns dabei hilft.

    Thomas Alexi

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